„Das ganze Leben ist Wissenschaft“

Vince Ebert, Autor der neo-Kolumne „Vince, ich hab da mal ’ne Frage …“, steht derzeit für ein besonderes Projekt auf der Bühne: Gemeinsam mit Eric Mayer, ZDF-Moderator bei pur+, gibt er in „Schlau hoch 2: Vince und Eric reisen zu den Sternen“ überraschende und lustige Einblicke in die Wissenschaft vom Weltall. Schülerinnen und Schüler der Merianschule in Frankfurt am Main haben Vince und Eric vor einem ihrer Auftritte interviewt. 

Vince, was ist Physik und warum brauchen wir es?
Vince Physik ist eine clevere Art, die Welt zu erklären, und praktisch alles, was uns Spaß macht, ist Physik. Also, wenn du morgens das Wasser anmachst und es kommt warmes Wasser raus, das ist Physik. Oder letztendlich auch, wenn du krank bist und ins Krankenhaus musst und irgendwie operiert werden musst oder so was, das ist alles Naturwissenschaft, da ist in allem Physik drin.

Wolltest du schon immer Physik und Astronomie studieren?
Vince Ich war immer relativ gut in Mathe und Physik. Mir ist das immer leicht gefallen, und das Tolle ist: Wenn einem Physik leicht fällt, muss man nichts lernen (lacht). Ich fand’s immer doof zu lernen. Ich habe das immer gleich kapiert und da habe ich mir gedacht: „Ach, wenn das in der Schule schon so einfach geht, dann kann’s im Studium auch relativ locker weitergehen“. Wurde aber ein bisschen schwerer.

Wie seid ihr zum Fernsehen gekommen?
Eric Ich bin über ein Casting zum Fernsehen gekommen. Ich habe gehört, dass eine Stelle frei ist, das war damals bei Logo, den Kindernachrichten. Eine Freundin von mir hat dort gearbeitet und mir von der freien Stelle erzählt. Dann habe ich da mal eine E-Mail hingeschickt. Ich war zu der Zeit beim Radio und habe moderiert. Die haben mich eingeladen, ich war beim Casting – und es hat geklappt. Und bei dir?
Vince Die haben einen neuen Moderator für „Wissen vor Acht“ gesucht. Ranga Yogeshwar wollte es nicht mehr machen und die Redakteurin der Sendung kam zu mir in eine Show, hat mich danach angesprochen und gesagt: „Hättest du Lust, die Sendung zu machen?“ So hat sich das ergeben. Also, ich musste gar nicht mal ins Casting. Wobei, ich musste zwei Stunden Programm machen.

Warum wolltet ihr moderieren und auf der Bühne auftreten?
Eric Also, bei mir war es nie so ein bewusster Wunsch, dass ich gesagt hätte: Ich will unbedingt moderieren! Das waren immer eher Zufälle. Wie das, was ich gerade erzählt habe mit dem Casting. Ich habe Logo gerne geguckt und als Reporter dort ist man viel unterwegs, man kann reisen und Reportagen machen. Da habe ich gedacht: Das macht mir bestimmt Spaß. Es kam also eher so zufällig.
Vince Bei mir war es auch zufällig. Ich wollte eigentlich in der Wissenschaft bleiben, aber habe dann gemerkt, dass wissenschaftliches Arbeiten ganz schön anstrengend ist! Man sitzt da wirklich manchmal nächtelang in einem Keller und misst etwas. Ich wollte aber schon immer irgendwie lieber Sachen erklären. Und dann bin ich durch Zufälle auf die Bühne gekommen. Das war nicht geplant.

Wissenschaft und Witze, passt das?
Eric Das müsst ihr entscheiden! Wir glauben: Ja. Sonst würden wir es auch nicht machen. Weil, wie Vince vorhin gesagt hat: Das ganze Leben ist Wissenschaft. Deswegen kann Wissenschaft auch total lustig sein.
Vince Ich kenne eine Menge Wissenschaftler, sogar zwei, drei Nobelpreisträger. Die sind wahnsinnig witzig, die haben nur Quatsch im Kopf – okay, nicht nur. Aber ich glaube, um wirklich ein brillanter Forscher zu sein, muss man irgendwie einen schrägen Blick auf die Welt haben und ein bisschen anders denken, etwas skurriler und lustiger vielleicht. Das macht die großen Wissenschaftler aus, meiner Meinung nach.

Wie kommt ihr auf die Ideen für Eure Sendungen und Auftritte?
Eric Im Endeffekt kommen die Ideen aus der Natur, zumindest für diese Show. Wir machen ja eine Show über Sterne und das Universum. Also haben wir uns in das Thema reingelesen und überlegt, was interessant ist: Welche Sterne sind ungewöhnlich, was ist spannend am Universum? Dann haben wir uns noch mit einem Kollegen zusammengesetzt und überlegt, was davon auch witzig sein könnte: Was kann man bildlich darstellen, woraus kann man eine Show machen.
Vince Wir haben uns gefragt: Was interessiert uns selbst am meisten? Und hofften dann, dass das auch Fragen sind, die Kinder am meisten interessieren.

Wer schreibt eure Texte?
Eric Das machen wir zusammen. Wir haben, wie gesagt, einen Kollegen, der dabei mitmacht. Ansonsten ist auch vieles spontan. Wenn wir eine Probe machen und merken, das ist gut, dieser Zwischeneinwurf ist super, dann machen wir den beim nächsten Mal genauso. So entsteht das als Gemeinschaftsprojekt.
Vince Wir haben vor zwei Wochen die ersten zwei Shows im Senckenberg-Museum in Frankfurt gehabt. Danach haben wir uns noch einmal zusammengesetzt und überlegt: „Was ist gut gelaufen, was ist schlecht gelaufen? Wo braucht’s noch ein bisschen mehr Tempo?“ Also, bei jeder Show überlegen wir uns: Was können wir verbessern?

Wie habt ihr zueinander gefunden? Könnt Ihr euch gut leiden?
Eric Wir haben durch eine Kollegin von mir und die Managerin von Vince zusammengefunden. Die beiden sind gut befreundet und hatten die Idee: Ihr passt doch gut zusammen. Ihr macht beide was mit Wissen und erklärt viel. Da könnte man doch was draus machen. So fing alles an. Dann habe ich mir mal seine Show angeguckt. Wir waren etwas essen und und fanden uns tatsächlich auf Anhieb sympathisch – und haben gedacht: Das funktioniert. Manchmal merkt man ja sofort, dass etwas einfach klappen wird.
Vince Zuerst kam die Idee, zusammen eine Show für Kinder zu moderieren. Und dann haben wir uns überlegt, das Thema Universum, Sonne, Mond und Sterne könnte spannend sein. Wir haben auch noch ein paar andere Ideen. Es könnte also durchaus noch ein paar andere „Schlau hoch 2“-Shows geben. Aber das ist noch ein bisschen hin.

Findet Ihr euch wichtig?
Vince Nö. Wenn wir jetzt sagen, wir fühlen uns wichtig, sagt ihr: Bäh, die sind aber eingebildet!
Eric Sagen wir mal so: Wir fühlen uns wichtig, aber wir sagen, wir fühlen uns nicht wichtig.
Vince Nein, wir fühlen uns wichtig, aber wir würden das natürlich nie zugeben.
Eric Das ist auf jeden Fall eine gute Frage, denn man kann lange darüber nachdenken: Wer ist heute Abend am wichtigsten, wir auf der Bühne oder ihr im Publikum? Wenn ihr nicht da wärt, gäbe es auch keine Show. Also, alle sind wichtig, die heute da sind.
Vince Wirklich wahnsinnig wichtig finde ich Wissenschaftler! Sie entwickeln neue Medikamente oder Energieformen. Wissenschaftler haben die Welt verändert. Die Tatsache, dass wir heute 80 bis 90 Jahre alt werden, dass wir so oft gesund sind, das basiert alles auf klugen Entwicklungen von Wissenschaftlern, von Ingenieuren. Da ziehe ich den Hut vor.

Was sind eure Lieblingstiere?
Eric Mein Lieblingstier ist mein Hund Caramello. Er ist ein Mischling.
Vince Ich habe zwei Katzen: Gretie und Marie. Die sind schon ganz alt, fast 18 Jahre, aber noch topfit.
Eric Wie alt werden denn Katzen?
Vince Katzen können schon 20, sogar 25 werden. Aber das ist dann echt eine Ausnahme.

Macht euch Euer Job immer Spaß?
Eric Na ja, nicht immer. Es gibt Tage, wo ich denke, ich würde lieber im Bett liegen bleiben. Und ich glaube, das ist auch normal.
Vince Ich muss sagen: Das, was ich jetzt mache, dieses Vielfältige, das ist einfach ein großes Glück. Zwar spüre ich manchmal auch, dass es zu viel ist: Man ist oft wahnsinnig viel unterwegs, steht im Stau, kommt nicht rechtzeitig zur Veranstaltung. Aber wenn ich das mit meinem Freundeskreis vergleiche … Teilweise sind die Leute im Büro schlecht gelaunt. Da habe ich es einfach wahnsinnig gut getroffen, habe Glück gehabt und finde es einfach super.
Eric Das sehe ich genauso. Aber es gibt Tage, wo man einfach sagt: Heute müsste es jetzt nicht sein, dass ich im Stau stehe. Aber generell hast du vollkommen Recht.
Vince Ich werde auch oft gefragt: „Warum sind Sie eigentlich kein Lehrer geworden?“ Dann sage ich immer scherzhaft: „Na ja, bei mir kommen die Leute freiwillig.“ Die Kinder müssen natürlich in die Schule und ein Lehrer muss schon ganz schön Kraft und Energie aufwenden, um die Klasse bei Laune zu halten. Hier kommen die Leute freiwillig und sagen: Wir wollen heute Spaß haben! Deshalb habe ich auch vor Lehrern großen Respekt. Wir haben es da leichter.

Seid ihr immer noch aufgeregt, wenn ihr auftretet oder dreht?
Eric Also, ich bin vor Drehs nicht mehr so aufgeregt, das mache ich ja schon sehr lange. Vor Bühnensachen wie heute bin ich sehr aufgeregt, weil das für mich neu ist. Vince macht das schon viel länger. Das ist bei mir echt ein Unterschied.
Vince Ich bin auch aufgeregt. Wir haben das jetzt zwar schon zwei Mal gemacht, aber es ist immer noch sehr neu. Wenn eine Show steht, kannst du mich nachts aufwecken und ich spiele dir die Show runter. Aber hier ist es schon noch einmal was anderes und dann ist da natürlich auch ein bisschen mehr Nervosität.

Eric, sie sind kein Wissenschaftler. Woher wissen sie alles was sie in Ihren Sendung erzählen?
Eric Wir haben eine große Redaktion, die viel nachforscht, und ich lese sehr viel. Wenn ich weiß, wir machen eine Sendung zum Thema Sterne oder zum Thema Elefanten, dann lese ich viel darüber und versuche mir Wissen anzueignen. Manchmal telefonieren wir auch mit Wissenschaftlern und und fragen nach: Wie ist das, ist das immer noch Stand der Dinge, gibt es da Neuigkeiten? So holen wir uns die neuesten Infos direkt von Forschern.

Was war ihre coolste Reise und ihr tollstes Erlebnis? Waren sie schon auf allen Erdteilen?
Eric Da muss ich gerade mal überlegen. Ja, ich war sogar schon auf allen Kontinenten. Die coolste Reise war … da gab es viele … die nach Australien! Da haben wir zum Beispiel Giftschlangen gemolken, das war cool. Thailand war super, da habe ich den Elefantenführerschein gemacht. Mit Tieren, das mag ich irgendwie. Vince, Du bist auch schon viel gereist, oder?
Vince Ja ja. In den Odenwald zum Beispiel.

Das Interview führten Amelie, Daniel, Elisa, Insan, Lilli, Lilith, Max Leo und Nele. Die vollständige Version erschien im Juli 2014 im „Merian Falke“, der Schülerzeitung der Merianschule in Frankfurt am Main.

Ein Gedanke zu „„Das ganze Leben ist Wissenschaft“

  1. Hallo,
    Ich war vor ein paar Jahren mit meiner Kindergruppe im Planetarium in Freiburg.
    Wir waren an die 80 Kindergartenkinder.
    Irgendwann fehlte mir ein Kind aus meiner Gruppe, das wohl die Toilette gesucht hat.
    Wir fanden es zwar unversehrt noch vor Start der Show, aber wie “Robby“ sagen würde war ein Fehler passiert.
    Wir haben jetzt das Jahr 2016 und ich war danach nie wieder im Planetarium.
    So geht es mir mir Vince Ebert.
    Man sollte sich nie in einen Mann verblieben, den man nach der Show nie wiedersieht.
    Ich habe das Gefühl, ich habe etwas Wichtiges verloren. Vielleicht wird aus meinem Herz im Himmel ein Stern der “ Holger“ Vince heisst.
    Ich liebe Dich.
    Vince.

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