Metropole in luftigen Höhen

Machu Picchu Eine beeindruckende Kulisse erwartet den Besucher in der Inkastadt Machu Picchu: Schroffe, üppig bewachsene Bergspitzen und Ruinen aus einer längst vergangenen Zeit. © Georg Neulinger

Machu Picchu
Eine beeindruckende Kulisse erwartet den Besucher in der Inkastadt Machu Picchu: Schroffe, üppig bewachsene Bergspitzen und Ruinen aus einer längst vergangenen Zeit.
© Georg Neulinger

Die steilen Berggipfel und abgrundtiefen Schluchten der Anden in Peru beherbergen eine geheimnisvolle Ruinenstadt: Machu Picchu, auch die „verlorene Stadt der Inka“ genannt. Auf einem schmalen Bergrücken thront sie in über 2000 Metern Höhe. Diese einzigartige Lage verleiht dem Ort eine mystische Aura. Und wer Glück hat, kann sogar einen kreisenden Andenkondor beobachten – oder zumindest das Echo seines Schreis hören. Einzig und allein die vielen Touristen können die Stimmung empfindlich stören: Die Inkastadt, heute UNESCO-Weltkulturerbe, ist wohl die berühmteste Sehenswürdigkeit Perus und zieht täglich tausende Besucher an.

Für sie wurde auch ein großer Teil der Ruinenstadt mittlerweile wiederaufgebaut. Zur Blütezeit von Machu Picchu wohnten in den fast 200 Gebäuden vermutlich an die 1000 Bewohner. Ihre Häuser haben sie aus Steinblöcken errichtet, die sie ohne Mörtel aufeinandersetzen. Die Steine mussten daher sehr glatt geschliffen werden, um nahtlos aufeinander zu passen: Angeblich passt noch heute kein Grashalm dazwischen. Auf den Terrassen der Stadt wurden Feldfrüchte angebaut, ein ausgefeiltes Kanalsystem sorgte für die Bewässerung. Außerdem gab es einen heiligen Bezirk, in dem religiöse Zeremonien abgehalten wurden. Hier befindet sich der so genannte „Tempel der Sonne“, der dem höchsten Inka-Gott Inti geweiht war.

Die Ruinen von Machu Picchu sind heute ein stummer Zeuge der einst blühenden Kultur der Inka. Doch warum haben diese ausgerechnet an einem derart abgelegenen, ausgesetzten Ort eine Stadt erbaut? Diese Frage gibt den Archäologen noch immer Rätsel auf: Handelt es sich vielleicht um eine heilige Stätte? Die Lage würde dafür sprechen, denn die Bergspitzen der Anden hatten bei den Inka eine hohe religiöse Bedeutung. Oder wurde die Siedlung errichtet, um eroberte Regionen besser beherrschen zu können? Da die Inka keinerlei Aufzeichnungen über Machu Picchu hinterließen, ist die Frage schwer zu beantworten. Am wahrscheinlichsten – so denken heute viele Forscher – diente die Stadt als Anwesen und Rückzugsort für den damaligen Inka-König Pachacuti.

Ebenso rätselhaft wie die Entstehung ist das plötzliche Ende Machu Picchus: Bereits 100 Jahre nach der Gründung, zur Zeit der spanischen Eroberung Südamerikas, verließen die Inka die Stadt. Und das, obwohl die Spanier den geheimnisvollen Ort niemals ausfindig machen konnten.

Dieses Foto hat der Geograf und Wissenschaftsjournalist Georg Neulinger selbst geschossen und für euch erklärt.

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