Fetziger Seedrache

Fetziger Seedrache Seine skurrile Erscheinung macht diesen Verwandten der Seepferdchen zu einem Aquariumsliebling. In der Natur ist der Große Fetzenfisch jedoch perfekt getarnt. © Robb / CC-by-SA-3.0

Fetziger Seedrache
Seine skurrile Erscheinung macht diesen Verwandten der Seepferdchen zu einem Aquariumsliebling. In der Natur ist der Große Fetzenfisch jedoch perfekt getarnt.
© Robb / CC-by-SA-3.0

Wegen seiner blattförmigen Auswüchse nennt man diesen unterarmlangen Meeresdrachen auch „Fetzenfisch“. Wie die Seepferdchen gehört Phycodurus eques zur Familie der Seenadeln. Das sind kleine, schlanke Fische mit einem Panzer aus ringförmigen Knochenplatten. Ihr Körper ist dadurch relativ steif und unbeweglich, weshalb sie nur mit Hilfe ihrer Brust- und Rückenflosse schwimmen.

Fetzenfische leben in den Seetangwiesen an der Südküste Australiens. Hier werden sie auch für Schauaquarien gezüchtet und in die ganze Welt exportiert. In seichten Gewässern sind die Fische meist gelb oder grünlich gefärbt, wenn sie in tieferem Wasser leben, sind sie dagegen braun oder rötlich. Ihnen fehlt zwar eine Schwanzflosse, doch dafür können sie sich mit ihrem gebogenen Schwanz gut festhalten. Ihre vielen Hautlappen machen sie als Jäger fast unsichtbar: Wie ein harmloses Algenbüschel treiben sie langsam in Richtung ihrer Beute, vorzugsweise winzige Krebstiere, und saugen sie dann blitzschnell mit ihrem Röhrenmaul ein.

Wie bei allen Seenadeln ist der Nachwuchs bei Fetzenfischen Männersache. Nach einem langen und beeindruckenden Paarungstanz legt das Weibchen bis zu 300 Eier an die Schwanzunterseite ihres Partners – womit ihre Arbeit getan ist. Eine klebrige Substanz macht die Haut des Männchens schwammig und sorgt dafür, dass diese die Eier gut aufnehmen kann. Nach der Eiablage schwillt die Haut an und verhärtet sich, sodass um jedes Ei eine schützende Hülle entsteht. Der Vater trägt die Brut etwa acht Wochen mit sich herum. Doch sobald die jungen Fetzenfische schlüpfen, sind sie sich selbst überlassen.

Dieses Bild hat die Wissenschaftsjournalistin Judith Gor für euch herausgesucht und erklärt.

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