Das Auge von Mordor

Helixnebel Im Sternbild des Wassermanns liegt ein planetarer Nebel: Der Helixnebel oder NGC 7293. Er ist 700 Lichtjahre von uns entfernt und erinnert an das Auge von Mordor. © ESO / VISTA / Jim Emerson / Cambridge Astronomical Survey / CC-by-3.0 Unit

Helixnebel
Im Sternbild des Wassermanns liegt ein planetarer Nebel: Der Helixnebel oder NGC 7293. Er ist 700 Lichtjahre von uns entfernt und erinnert an das Auge von Mordor.
© ESO / VISTA / Jim Emerson / Cambridge Astronomical Survey / CC-by-3.0 Unit

Dieses Gebilde sieht aus, als sei es aus Mittelerde entsprungen: Es erinnert an das brennende Auge von Mordor – die Gestalt des dunklen Herrschers Sauron aus „Herr der Ringe“. Hier bei uns auf der Erde sagen manche auch „das Auge Gottes“ dazu. In Wirklichkeit handelt es sich aber um ein astronomisches Phänomen: einen planetaren Nebel. Sein richtiger Name ist „Helixnebel“ oder schlicht NGC 7293. Er liegt inmitten des Sternbilds Wassermann, so weit entfernt, dass das Licht von dort 700 Jahre braucht, bis es bei uns ankommt.

Was genau aber verbirgt sich hinter der Bezeichnung „planetarer Nebel“? Solch ein Nebel entsteht, wenn ein Stern wie unsere Sonne stirbt. Dann steigt die Temperatur im Kern sehr stark an. Dabei löst sich die Hülle aus Gas allmählich vom Kern ab und entfernt sich als so genannter Sternwind. Ist der Kern viele Millionen Grad heiß, sendet er Lichtteilchen aus, auch Photonen genannt. Wenn sie gegen die Gasteilchen im Sternwind donnern, geben diese langwelliges Licht in ihre Umgebung ab. Das ist für unser Auge aber nicht immer sichtbar. Um den Helixnebel so schön bunt und deutlich abzubilden wie auf diesem Foto, benötigen die Astronomen ganz spezielle Teleskope. Die können auch für uns unsichtbares Licht, etwa das so genannte Infrarotlicht, aufzeichnen – so wie das weltweit größte Teleskop „VISTA“ am Paranal-Observatorium der europäische Südsternwarte (ESO) in Chile. Mit seiner riesigen Kamera, die drei Tonnen wiegt und besondere Lichtdetektoren besitzt, kann es Aufnahmen im Infrarotbereich machen. Die Daten vom Teleskop wandelt ein Computer dann in Bilder um. Durch die Überlagerung mehrerer Einzelaufnahmen entstand schließlich dieses Bild.

Der Helixnebel liegt im Sternbild des Wassermanns. Karl Ludwig Harding, ein deutscher Anstronom, entdeckte ihn im Jahre 1824. Damals waren die Teleskope aber noch nicht so ausgereift wie heute, weshalb er den planetaren Nebel eher als weißen, hellen Klecks wahrgenommen hat als in Form eines Auges. Die Lebensdauer planetarer Nebel liegt meist bei zehntausenden von Jahren. Während der Stern an Energie verliert, wird er zum „Weißen Zwerg“ – einem Sternen-Greis. Dabei fällt die Temperatur im Innern über Milliarden von Jahren hinweg allmählich ab, bis er vollends ausgekühlt ist. Neben NGC 7293 existieren etwa 3000 weitere planetare Nebel in unserer Milchstraße.

Dieses Bild hat die Wissenschaftsjournalistin Rosana Erhart für euch herausgesucht und erklärt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.