Bedrohte Panzerträger kehren zurück

Der Name "Suppenschildkröte" lässt schon darauf schließen, warum die Grüne Meeresschildkröte kurz vor dem Aussterben stand und immer noch gefährdet ist. Doch Schutzprojekte sorgen dafür, dass die riesigen Tiere an vielen Stränden wieder ungestört ihre Eier ablegen können. © Sam Weber, University of Exeter

Der Name „Suppenschildkröte“ lässt schon darauf schließen, warum die Grüne Meeresschildkröte kurz vor dem Aussterben stand und immer noch gefährdet ist. Doch Schutzprojekte sorgen dafür, dass die riesigen Tiere an vielen Stränden wieder ungestört ihre Eier ablegen können.
© Sam Weber, University of Exeter

Am Strand der Insel Ascension im Südatlantik gräbt diese Grüne Meeresschildkröte eine Grube in den Sand. Etwa 100 tischtennisball- große Eier wird sie dort hinein legen und in den kommenden Monaten von der Sonne ausbrüten lassen. Die Insel zählt zu den weltweit wichtigsten Brutgebieten dieser Kriechtiere. In diesem Jahr haben die Grünen Meeresschildkröten dort rund 24 000 Nester angelegt.

Das ist ein großer Erfolg für Naturschützer, denn die riesigen Meerestiere sind bedroht. Schuld daran ist vor allem der Mensch: Schon vor Jahrhunderten dienten die riesigen Schildkröten Seefahrern quasi als „Fleischkonserve“. Da sie wochenlang ohne Futter auskommen, nahm man sie gerne als lebenden Proviant mit aufs Schiff. Ab dem 18. Jahrhundert entwickelte sich Schildkrötensuppe zu einem beliebten Gericht für Reiche. Die Grüne Meeresschildkröte war dafür besonders beliebt, was ihr auch den Namen „Suppenschildkröte“ eintrug. Sie wurde so stark gejagt, dass sie schließlich vom Aussterben bedroht war.

Heute ist der Handel mit Schildkrötenprodukten verboten. Doch noch immer werden die Tiere gejagt. Außerdem stellen Schiffschrauben und Fischernetze tödliche Gefahren für sie dar. Doch zum Glück setzen sich auch immer mehr Organisationen für den Schutz der Meeresschildkröten ein. Damit die Weibchen ungestört ihre Eier ablegen können, dürfen beispielsweise viele ihrer bevorzugten Strände nachts nicht mehr betreten werden. Außerdem markieren Tierschützer die Nester oder sichern sie mit Drahtgestellen, damit sie nicht von unachtsamen Touristen zertreten werden.

Dank solcher Maßnahmen steigt die Anzahl der Grünen Meeresschildkröten nun langsam wieder. Bis allerdings die Jungtiere, die in diesem Jahr schlüpfen, selbst für Nachwuchs sorgen können, wird es noch viele Jahre dauern: Sie werden erst mit etwa 15 Jahren geschlechtsreif. Bis dahin drohen ihnen noch viele Gefahren. Doch mit etwas Glück entgehen zumindest einige von ihnen hungrigen Raubtieren und tödlichen Fangnetzen. Dann können sie an den Strand ihrer Geburt zurückkehren, um dort selbst ihre Eier abzulegen.

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