Deutschlands nächster Astronaut

Alexander Gerst ist Mitglied der jüngsten Astronautenstaffel der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Im Mai flog er zur Internationalen Raumstation ISS, wo er bis zu seiner Rückkehr am 10. November 2014 leben und arbeiten wird. Die Vorbereitungen für seine erste Mission im All begannen bereits 2009. Für „Spektrum neo“ Nr.1 besuchten ihn die drei neo-Reporter Ferdinand (10), Louisa (12) und Lukas (15) im Trainingszentrum. Außerdem hat die neo-Redaktion noch drei heiße Webtipps zur ISS und zum Astronautentraining für euch zusammengestellt. Wir wünschen euch viel Spaß beim Entdecken!  Weiterlesen

Was machen Astronomen eigentlich die ganze Nacht?

In der zweiten Folge unserer Sternstunden erzählt der Wissenschaftler Jochen Heidt, wie sein Alltag als Astronom aussieht. Ein Frühstück am Nachmittag ist für ihn nicht ungewöhnlich, danach verbringt er die ganze Nacht im Observatorium, um das All zu beobachten. Außerdem erfahrt ihr, warum Wind und Wetter ihm dabei manchmal in die Quere kommen und was ein Catwalk auf einer Sternwarte zu suchen hat.

Blut ist rot. Doch wieso sehen dann unsere Adern blau aus?

Adern schimmern blau durch die Haut – obwohl das darin fließende Blut doch rot ist und die Wände der Adern auch keine blaue Farbe haben. Warum ist das so? Mit dem „blauen Blut“ der Adligen hat das nichts zu tun. Früher waren die „feinen Menschen“ nur meist hellhäutiger, weil sie weniger in die Sonne gegangen sind. Und bei heller Haut sticht das Blau stärker hervor.

Der Grund, warum unser Blut blau erscheint, muss also irgendwo zwischen den Adern und dem Auge liegen. Was hier als „Färbemittel“ wirkt, sind die Haut und die darunter liegenden Schichten.

Und tatsächlich zeigt sich bei näherer Betrachtung: Adern, die sehr dicht, zum Beispiel einen halben Millimeter, unter der Haut liegen, erscheinen durchaus rötlich. Deshalb werden wir auch rot, wenn wir verlegen sind – und nicht blau. Das Tageslicht dringt aber tiefer als einen halben Millimeter in die Haut ein.

Um zu verstehen was dann passiert, muss man sich das Licht als eine Welle vorstellen. Licht kann längere und kürzere Wellenlängen haben, davon hängt zum Beispiel ab, welche Farbe es für unser Auge hat. So hat das Licht, dass wir als blau sehen relativ kurze Wellenlängen, das rote Licht dagegen längere. Und das „weisse“ Licht underer Umgebung setzt sich aus allen möglichen Farben und damit auch Wellenlängen zusammen. Deswegen kann man Licht auch mit einem Prisma sozusagen „auseinandernehmen“ und sieht dann alle Regenbogenfarben.

Trifft Licht auf die zwischen einem halben und zwei Millimetern unter der Haut liegenden Adern, so wird das kurzwellige blaue Licht zurückgeworfen, also reflektiert, während der langwellige, rote Anteil aufgenommen, also absorbiert wird.

Anders gesagt: Das rote Licht dringt tiefer in die Haut und wird vom Blut absorbiert. Übrig bleiben vor allem die blauen Anteile des Spektrums, die reflektiert werden, und die wir sehen. Deshalb erscheinen Adern (nur) in dieser Gewebetiefe blau. Leuchtet man hingegen mit einer starken Taschenlampe durch die Hand, so zeigt sich wieder die wahre Farbe des Blutes: Es ist und bleibt rot.

Warum beobachten wir die kältesten Objekte im Universum mit Infrarot-Teleskopen?

Das Weltraumteleskop Herschel war unter anderem dafür gebaut, Infrarotstrahlung aus dem All aufzufangen. Doch warum beobachten wir die kältesten Objekte im Universum mit Infrarot-Teleskopen? Steht nicht immer die Farbe Rot für Wärme? In der Astronomie ist das nicht so, denn kalte Sterne strahlen energiearmes Licht ab, und das liegt im roten Wellenlängenbereich. Welche praktischen Vorteile sich daraus für die Forscher ergeben, erklärt Prof. Dr. Thomas Henning vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA).