Kräht der Hahn auf dem Mist

… ändert sich das Wetter oder es bleibt, wie es ist. So lange ist das noch nicht her, dass Wettervorhersagen ungefähr genau so zuverlässig waren. Wie gut lässt es sich dann vorhersagen, was die Zukunft in ein paar Jahren oder gar Jahrzehnten für uns bereit hat? Oder anders gefragt: Wie soll man etwas erforschen, das es gar nicht gibt?

Mit diesen Fragen im Gepäck reiste ich nach Karlsruhe und klapperte ein paar Menschen ab, die es wissen mussten: Kerstin Cuhls und Anette Kübler, zwei Forscherinnen der Fraunhofer-Gesellschaft, und Armin Grunwald vom Institut für Technikfolgenabschätzung. Sie bestätigten, was ich schon gefürchtet hatte: Was es nicht gibt, das kann man nicht erforschen. Also würde das wohl nichts werden mit dem “neo – die Welt in 2050″?

Aber dann haben die drei mich beruhigt: Was Zukunftsforscher tun, ist zu fragen, wie sich Fachleute die Zukunft vorstellen. Eigentlich erforschen sie also die Gegenwart und zwar mit endlosen Fragebögen, Interviews, Workshops und Statistik, Statistik, Statistik.

Beispielsweise könnten sie mich nach der Zukunft der Schokolade fragen. Dann würde ich als Experte ein paar Szenarien entwerfen wie “Pfefferminzgeschmack kommt aus der Mode – Ja/Nein” oder “fettfreie Schokolade kommt auf den Markt”. Natürlich müssten dazu noch andere Experten was sagen, etwa die neo-Leserinen und  -Leser. Nach einer unglaublich komplizierten Auswertung legen dann Ergebnisse vor, die mit Sicherheit in der Süßwarenindustrie für Furore sorgen würden.

 

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Making of, Nr. 2 von Klaus-Dieter Linsmeier. Permanenter Link des Eintrags.
Klaus-Dieter Linsmeier

Über Klaus-Dieter Linsmeier

Klaus-Dieter Linsmeier ist Redakteur bei "neo", "epoc" und "Spektrum der Wissenschaft". Er hat Physik studiert und dabei den Schwerpunkt auf die Anwendungen in Medizin und Technik gelegt. Weil er lieber schreiben als forschen wollte, wurde er Wissenschaftsjournalist und berichtet seitdem, was andere auf diesen Gebieten herausgefunden haben. Und weil er schon als Kind von den Rittern und Römern begeistert war, nahm er Archäologie und Geschichte gleich mit dazu.

Ein Gedanke zu “Kräht der Hahn auf dem Mist

  1. Ich bin begeistert von der Idee, dem Heft, (Nr.3), das ich gerade zum ersten Mal gesehen habe und von der Sprache, die klar und einfach ist!
    Die Hefte sind eine Freude und ich werde meine Enkel mit einem Abo versorgen!
    Wo kann ich die fehlenden 2 Hefte erhalten? Ich möchte sie hiermit bestellen!

    Beste Grüße
    Helga Bischof

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