Guter Draht

Ein System aus vier Hochgeschwindigkeitskameras spürt kleinste Schäden an Drähten schon während der Produktion auf.

Ein System aus vier Hochgeschwindigkeitskameras spürt kleinste Schäden an Drähten schon während der Produktion auf.
© K.-U. Wudtke / Fraunhofer IPM

Wenn ein Draht kaputt ist, kann das fatale Folgen haben: Je nachdem, wie er weiterverarbeitet wird, kann er Maschinen stilllegen oder Motorschäden verursachen. Deshalb ist es wichtig, dass Fehler sofort erkannt werden. Das ist leichter gesagt als getan, denn die Herstellung von Drähten geht enorm schnell.

Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik in Freiburg haben deshalb ein System aus vier Hochgeschwindigkeitskameras gebaut, das ihr im Bild seht. Jede dieser Kameras nimmt 10 000 Bilder pro Sekunde auf! Damit die Fotos nicht unscharf werden, erzeugen spezielle LED-Lampen sehr kurze, unglaublich helle Blitze.

Aber wer kann jede Sekunde 40 000 Bilder auswerten? Selbst ein wahnsinnig schneller Computer wäre damit überfordert. Deshalb nutzen die Forscher einen Trick: Jeder einzelne Punkt auf einem Bild wird per Software quasi zu einem eigenen, winzigen Computer. Dessen einzige Aufgabe ist es, Unregelmäßigkeiten zu finden. Diese Information liefern alle Punkte an eine übergeordnete Software. Sie erkennt Muster, die auf eine fehlerhafte Stelle hindeuten. In der Fachsprache nennt man das ein „zellulares neuronales Netz“.

Wenn nun also ein Fehler auftaucht, schlägt die Software Alarm: Eine Warnlampe leuchtet, ein Signal erklingt, oder die Produktion wird direkt gestoppt. Außerdem merkt sich das System genau, wo der Draht kaputt ist, und speichert die Bilder von dieser Stelle. So wissen die Hersteller Bescheid, wo sie selbst nachsehenden müssen, um den Fehler zu finden und zu beheben.

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