Auf Mission für die Zukunft

Die deutsche Jugenddelegation für Biologische Vielfalt

Die deutsche „Jugenddelegation für Biologische Vielfalt“ setzt sich weltweit für die Erhaltung der Biodiversität ein – stellvertretend für alle jungen Menschen in Deutschland. (Foto: Eva Ressel)

Viele Mädchen und Jungs haben das Gefühl, dass die Zukunft der Erde über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Doch es gibt auch Lichtblicke. Sechs Jugendliche aus Deutschland, nämlich Alex, Anais, Anne, Helene, Marco und Svana, waren im Herbst 2014 von den Vereinten Nationen eingeladen, ihre Stimme bei der Konferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt zu erheben. Hier ist ihr Bericht aus Korea.

Es ist Freitag, 17. Oktober, 2014 und es wird Abend in Pyeongchang, Südkorea. Alle, die noch am letzten Tag der 12. „Vertragsstaatenkonferenz zur Biologischen Vielfalt“ teilnehmen, sind im großen Plenarzelt versammelt und lauschen gespannt, während  die finalen Beschlüsse durchgegeben werden. Zwei Wochen lang haben wir, die deutsche Jugenddelegation, gemeinsam mit anderen Mitgliedern des „Global Youth Biodiversity Network“ (auf Deutsch etwa: Globales Jugend-Netzwerk für Biodiversität) aus aller Welt die Verhandlungen verfolgt, Aktionen gestartet, Gespräche geführt und wie alle Delegierten unter der Kälte der unbeheizten Zelte in den Bergen gelitten. Nun ist es Zeit, Bilanz zu ziehen.

Aus Sicht von uns sechs aus Deutschland standen während der letzten zwei Wochen einige richtig wichtige Punkte auf dem Programm: Viel Spaß hat uns beispielsweise die Kampagne „Speaking for Species“ („Für Arten sprechen“) gemacht. Die Delegierten, die für die jeweilige Regierung ihres Landes sprachen, erhielten Anstecker mit Bildern von Flora und Fauna. Damit versprachen sie, auch für diese Arten auf der Konferenz ihre Stimme zu erheben. Auf diese Weise haben wir sie daran erinnert, dass andere Lebewesen zwar keine Stimme haben, aber dass in Pyeongchang auch über ihr Schicksal entschieden wird. Wir haben Videos mit Botschaften der Delegierten gemacht, auf denen sie erklären, warum sie sich für eine bestimmte Art entschieden haben.

Das Globale Netzwerk hat während der Verhandlungen mehrere so genannte „Interventionen“ ermöglicht. In der Fachsprache heißt das, dass wir etwas zu den Themen sagen durften, die besprochen wurden. Das ist etwas Besonderes, weil normalerweise während der Verhandlungen nur Delegierte, die für die Regierung eines Landes sprechen, etwas sagen dürfen. Nur ganz am Ende gibt es ein paar Minuten Zeit für so genannte „Beobachtergruppen“, von denen eine die Jugend ist. Die Texte hatten wir zuvor im Internet mit anderen Teilnehmern des Netzwerkes geschrieben. So konnten auch Jugendliche, die nicht in Korea waren, ihre Ideen einbringen. Svana etwa hat eine Intervention zu Meeresschutzgebieten vorgetragen – und hatte dafür nur zwei Minuten Zeit. Insgesamt fünf Mal haben wir uns in Pyeongchang zum Schutz von Ökosystemen und zur Jugendbeteiligung geäußert. Melina aus Brasilien und Christian aus Deutschland haben sogar auf dem „High Level Segment“, dem Treffen von Ministerinnen und Ministern, gesprochen. Für uns war dies ein wichtiger Moment, der zeigte, dass wir als Vertreterinnen und Vertreter der nächsten Generation ernst genommen werden.

Unser Fazit: Es war toll, die vielen engagierten jungen Menschen aus aller Welt kennenzulernen, die sich für die Natur vor ihrer Haustür einsetzen. Dabei geht es auf so einer Konferenz um noch viel mehr, nämlich um Generationengerechtigkeit. Das bedeutet, dass auch eure Kinder die Natur noch kennenlernen, in all ihrer Schönheit. Auch in 50 Jahren soll man noch durch den Stadtwald spazieren und dabei einer Amsel lauschen können.

Um aktuell vom Verlauf der Verhandlungen zu berichten, wurde fleißig gebloggt. Wieder zurückgekehrt, setzen wir uns mit den Lokalzeitungen unserer Heimatstädte in Verbindung, damit unsere Ideen in alle Welt getragen werden. Genau darum geht ab Anfang nächsten Jahres bei „Voice for Biodiv“. Die Jugenddelegation zieht 2015 durch die Deutschland, um mit jungen Menschen über biologische Vielfalt und ihren Schutz zu sprechen, beispielsweise auf dem Kirchentag in Stuttgart. Im Juni 2015 läuft dann die neue Runde für die Teilnahme an „Voice for Biodiv“. Wer Lust hat, kann sich gerne bewerben!

Stichwort: Biologische Vielfalt

Biologische Vielfalt, auch „Biodiversität“ genannt, ist die Grundlage des Lebens auf unserem Planeten. Und sie ist bedroht! Denn ohne die Vielfalt der Ökosysteme, der Arten sowie die genetische Vielfalt hat das Leben auf unserem Planeten keine Chance. Diese drei Ebenen hängen alle miteinander zusammen. Je ausgeprägter beispielsweise die genetische Vielfalt ist, desto flexibler können Pflanzen und Tiere auf Veränderungen der Umwelt reagieren. Hier findet ihr ein Video über biologische Vielfalt (erstellt vom Projekt WissensWerte).

Wer steckt hinter „Voice of Biodiv“?

Ob bei der 12. Konferenz der Vereinten Nationen zum Schutz der Biologischen Vielfalt in Südkorea oder auf vielen Jugendveranstaltungen im Sommer 2015: Als „Voice for Biodiv“ setzt sich die sechsköpfige deutsche „Jugenddelegation für Biologische Vielfalt“ von der Naturschutzjugend (NAJU) für den Schutz der Grundlage des Lebens zukünftiger Generationen ein. Auf www.voiceforbiodiv.de erfahrt ihr mehr über Alex, Anais, Anne, Helene, Marco, Svana und das Projekt.

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